Doping und Chemie zur Verbesserung sportlicher Leistungsfähigkeit

Doping und Chemie

Jeder kennt das Wort Chemie, aber die meisten Leute können sich doch recht wenig darunter vorstellen. Man denkt dabei an ein Schulfach, das niemand mag, oder an ungesunde Stoffe in Lebensmitteln, Umweltverschmutzung – und im Kontext von Sport für das beste online Casino denkt man an Doping! Doping, die Verabreichung von Substanzen, welche die sportliche Leistung steigern, ist die Schnittstelle zwischen Sport und Chemie.

Chemie ist überall – und daher überaus relevant!

Viele Kinder in der Schule hassen das Fach Chemie, schreiben schlechte Noten, und wollen nach der Schule nie wieder etwas davon hören. Negative Assoziationen gibt es dann auch weiterhin: wenn über Doping geredet wird, dann meistens im Kontext von Betrug bei wichtigen Wettkämpfen, Disqualifizierung und Unfairness.

Dabei hat die Chemie all diese Negativität eigentlich überhaupt nicht verdient! Es ist keine weltfremde, komplizierte Wissenschaft, für die sich sowieso nur schrullige Männer in weißen Laborkitteln interessieren. Chemie ist überall: alles, was wir sehen, besteht aus Atomen und Stoffen, die miteinander interagieren. Chemische Reaktionen umgeben uns überall und die Welt, wie wir sie kennen, könnte ohne Chemie nicht existieren. Auch wir, unsere Körper, sind pure Chemie! Diese biochemischen Vorgänge zu verstehen ist unglaublich wichtig und hat in der Humanmedizin schon viele Menschenleben gerettet.

Doping oder Nahrungsmittelergänzung?

Auch Doping selbst hat seine Ursprünge definitiv nicht in der Hölle, sondern ganz im Gegenteil: viele Substanzen, die körperliche Funktionen verbessern und somit sportliche Leistung steigern, wurden zum Zwecke der Gesundheit und Medizin erforscht, als Nahrungsmittelergänzung. Einfach nur weil man weiß, dass es dem Körper nur dann richtig gut geht, wenn er alle Nährstoffe hat, die er braucht.

Das Betrügen bei Turnieren und Wettkämpfen war nie der Plan, und es ist schade, dass man das Wort Doping und alles, was dahinter steckt, heute von solch schwarzmalerischer Perspektive sieht, denn ursprünglich ging es einfach nur darum, gesund zu sein! Auch Sportler heute wollen natürlich alles tun, um ihren Körper in top Form zu halten. Die Grenze zwischen Nahrungsmittelergänzung und Doping beim Sport ist also sehr fließend.

Die berühmt-berüchtigsten Doping-Substanzen und ihre Gefahren

Diese Frage ist also heiß umstritten: was ist jetzt Doping und was nicht, was ist erlaubt und was nicht? Um etwas Ordnung in das Durcheinander zu bringen, gibt es die WADA-Liste – von der Welt Anti Doping Agentur. Alles, was auf dieser Liste steht, ist verboten. Jedes Jahr wird die Liste aktualisiert, die für die ganze Welt gültig ist. Die wichtigsten Gruppen von Doping Substanzen, die man auf dieser Liste findet, sind zum Beispiel folgende.

Stimulanzien

Jeder Körper wird irgendwann müde, und dann wird es für den Sportler schwer. Aber es gibt tatsächlich Situationen, bei denen der Körper zwar todmüde ist, aber diese Erschöpfung einfach unterdrückt wird, sodass man es gar nicht wirklich fühlt. Hört sich genial an, oder? Diese Sache ist jedoch auch gefährlich, denn bei dieser Unterdrückung der Müdigkeitsschwelle handelt es sich eigentlich um einen Überlebensinstinkt, denn warum gibt es die Müdigkeit, die einen vom Weitermachen abhalten will? Sodass man sich nicht zu Tode anstrengt. Wird dieses Warnsignal der Erschöpfung also durch Doping unterdrückt und ignoriert, kann der Sportler sich weiterhin verausgaben, bis er, im schlimmsten Fall, einfach tot umfällt. Das ist natürlich extrem, aber auf diesem Prinzip beruhen viele Doping-Ansätze mit Stimulanzien.

Anabole Wirkstoffe

Diese Stoffe, auch Anabolika genannt, fördern die Proteinsynthese und daher den Aufbau von Körpergewebe, wie zum Beispiel Muskeln. Aus diesem Grund nehmen viele Leute, die in das Fitnessstudio gehen um dort Muskeln aufzubauen, Nahrungsergänzungsmittel zu sich, die anabole Wirkstoffe beinhalten. Die bekanntesten sind Steroide.

Ja, aber auch hiermit ist es leider nicht so, dass alles einfach nur super ist. Anabole Wirkstoffe können gesundheitliche Schäden anrichten, wie zum Beispiel Leberschäden, Schäden am Herz-Kreislauf System, Wassereinlagerungen im Gewebe und ein verschlechtertes Hautbild, zum Beispiel durch Akne.

Stoffe zur Verbesserung des Sauerstofftransports

Es ist klar, warum diese Stoffe beim Doping beliebt sind: je mehr Sauerstoff im Blut transportiert werden kann, desto besser können Muskeln und Organe damit versorgt werden, was die sportliche Leistung steigert. Deshalb wird dies auch Blutdoping genannt. Bei der gängigsten Prozedur wird in den Wochen vor dem Wettkampf Blut abgenommen, aus dem die roten Blutkörperchen entnommen werden, die für den Sauerstofftransport verantwortlich sind. Kurz vor dem Turnier werden diese dann wieder verabreicht. Gefahren liegen darin, dass es zu Blutmangel, Schwindel, Infektionen durch infizierte Blutkonserven, Schmerzen im Bauch oder im schlimmsten Fall sogar zum kardiovaskulären Tod kommen kann.

Legal: Energiebereitstellung am Beispiel Kreatin

Sie sehen also: den menschlichen Stoffwechsel verstehen und aktiv durch Manipulation verbessern zu können ist zwar an sich eine tolle Sache, muss aber, wie so vieles, mit Vorsicht genossen werden. Chemie beim Sport findet jedoch nicht nur beim Doping und der Nahrungsmittelergänzung Anwendung. Der wichtigste chemische Prozess, der beim Sport wichtig ist, ist natürlich die Energiebereitstellung! Oder wie dachten Sie, dass sich Ihr Schnitzel in körperliche Energie verwandelt? Das ist auch Chemie beim Sport.

Kreatin ist ein sozusagen „legaler“ Dopingstoff, denn er hilft bei der Energiebereitstellung des Körpers, gilt aber als Nahrungsergänzung und ist deshalb nicht als Doping verboten. Aber auch hier gilt Vorsicht, denn wer Kreatin einnimmt und dann nicht genug trinkt, wird Probleme bekommen. Auch zu viel davon ist nicht gut, denn dann könnten Nebenwirkungen wie Durchfall eintreten.

Auch Chemie: Kunststoffe für Sportprodukte

Zum Schluss wollen wir jedoch noch anmerken, dass längst nicht alles zum Thema Chemie und Sport direkt mit dem menschlichen Körper zu tun hat. Zahllose Sportprodukte wie Bälle, Schuhe, Textilien etc. sind aus Kunststoffen gemacht, wie zum Beispiel Celluloid (Tischtennisbälle), Nylon (Besaitung von Tennisschlägern), Polyester in Sportschuhen, etc. All diese besonderen Materialien sind durch ihre chemische Zusammensetzung in der Lage, jene Eigenschaften zu haben, die sie für den Gebrauch beim Sport so passend machen. Das kam auch nicht von heute auf morgen: von der Verbesserung des wissenschaftlichen Verständnisses von Chemie konnte also auch der Sport allgemein profitieren.

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